Von der Willkommenskultur zum Abschiebelager

Man könnte fast meinen, dass die Menschen die vor Verfolgung und Elend fliehen etwas verbrochen hätten. Zumindest kriegt man diesen Eindruck, wenn man ein Auge auf die Entwicklungen des letzten Jahres wirft. Eine Asylrechtsverschärfung jagte die nächste. Die anfänglich viel beschworene Willkommenskultur ist zum Generalverdacht verkommen (Sippenhaft inklusive). Die Parteien haben sich angesichts einer erstarkenden AfD gegenseitig mit Wünschen nach Verschärfungen des Asylrechts überboten, um den rechten Populisten das Wasser abzugraben.

Die Leidtragenden des Populismus

Getroffen haben diese Verschärfungen viele Einzelpersonen, die hierzulande Schutz gesucht haben. Man hört von Familien, die seit mehreren Jahren in Deutschland leben, deren Kinder in unserer Mitte aufgewachsen sind und plötzlich von ihrer Wohnung in ein Abschiebelager verlegt werden. Warzn? Weil ihr Heimatland von heute auf morgen zum sicheren Herkunftsland deklariert wurde.

Innenminister Thomas de MaiziËre (M CDU) steigt am 01.02.2016 aus einem Hubschrauber in Kabul, Afghanistan. Foto: Christiane Jacke/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Innenminister Thomas de MaiziËre (M CDU) steigt am 01.02.2016 aus einem Hubschrauber in Kabul, Afghanistan. Foto: Christiane Jacke/dpa +++(c) dpa – Bildfunk+++

Isoliert und im Dunkeln

Dies alles geschieht weit weg vom Blick der Öffentlichkeit. Man gibt sich große Mühe, betroffene Menschen von uns zu isolieren, sie von Beratung und sozialer Hilfe fernzuhalten. Um den betroffenen Leuten trotzdem eine Stimme zu geben, hat sich ein breites Bündnis aus Parteien und Initiativen gebildet. Sie haben die “Aktionswoche gegen Abschiebelager” ins Leben gerufen, welche sich mit verschiedenen Aktionen und Veranstaltunen gegen die z.T. menschenunwürdigen Auswüchse der Abschiebepolitik richtet (vom 02.-14. März) . Die Initiative fordert faire, individuelle Asylverfahren für Alle, ein Ende der Abschiebung in Kriegsgebiete wie Afgahnistan, sowie die Schließung der bayrischen Abschiebelager.

 

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Nächste Termine:

Di 02.03.17 – 14.03.17 | Bündnis90 die Grünen – Taschenturmstraße 4
“Inside Abschiebelager”
Fotoausstellung. (Öffnungszeiten)

Di 07.03.17 | 19 Uhr | Vronis Ratschhaus – Donaustraße 1
“Asylanträge offensichtlich unbegründet”
Vortrag: Gibt es sichere Herkunftsländer für Roma?

Sa 11.03.17 | 11:00 – 15:00 Uhr |Füßgängerzone vor dem Xaver Mayr
Ingolstadt dreht auf
Beats gegen Abschiebelager. HipHop Konzert und Ausstellung

 

Initiativen unterstützen

Wer eine gnadenlose Abschiebepolitik verneint und einzelnen Personen Hilfe zukommen lassen will kann dies tun, indem er bspw. dem bayrischen Flüchtlingsrat eine kleine Spende zukommen lässt. Die Menschen in dieser Initiative engagieren sich ehrenamtlich für Geflohene und haben einen guten Blick in die Lager und auf viele der Einzelschicksale. Für die Menschen in den Lagern ist Beratung und Hilfe unerlässlich, um die Situation in ihrem Sinne zu meistern und unter anderem hierfür engagiert sich der Flüchtlingsrat Bayern.

 

//music by k.a.g.e