Ein paar Frauen stehen am Straßenrand und rauchen im Lichtkegel der Straßenlaterne. Ab und an fährt ein Auto langsam vorbei und bleibt stehen. Eine der Damen schlendert auf das Auto zu und beugt sich ans Fenster des Fahrers. Sie blickt sich kurz um und steigt dann ins Auto. Etwas weiter hinten sitzt eine Dame am Eingang ihres Wohnwagens, zieht sich den Lippenstift nach und fährt sich lasziv mit der Hand durch die Haare. Gegenüber flackert ein grelles rotes Herz als Leuchtreklame… So ungefähr stellt man sich wohl das Rotlichtmilieu in Ingolstadt vor. Berühmt, berüchtigt sind vor allem die Eriag- sowie die Manchingerstraße. Dort ist vielleicht auch schon der ein oder andere nachts aus Neugierde vorbeigefahren.

 

Sexwirtschaft in Ingolstadt?

 

Am anderen Ende der Stadt verstecken sich die Etablissements, die nachts zum Leben erwachen. Vielleicht spricht man deswegen kaum darüber was sich dort abspielt. Erotik und Sex, verbannt ans Ende der Stadt und trotzdem findet beides statt. Um auch mal die erotische Seite Ingolstadts zu entdecken haben wir recherchiert und nachgefragt. Wir waren neugierig und wollten wissen, was es alles gibt und vor allem für wen.

phoca_thumb_l_hg355_0654(Quelle: FKK Hawaii )

FKK Hawaii | Sauna und Sex

Natürlich ist uns dabei sofort der allseits bekannte FKK Hawaii Club ins Auge gesprungen. Mit rund 70€ für eine Tageskarte ist der Hawaii Club wohl der exklusivste Club der Region. Gegründet wurde er 2008 von Wilhelm Tsiotsios, einer Ingolstädter Legende wie uns von einigen Quellen berichtet wurde. Natürlich hat uns interessiert von wem der Club besucht wird. Die Gäste sind ausschließlich Männer jeglichen Alters (von 20-60 Jahren ist alles dabei). Außerdem zahlen auch Prostituierte Eintritt und arbeiten dann auf eigene Rechnung. Um uns ein besser Bild davon zu machen, haben wir dem Team vom Hawaii Club ein paar Fragen gestellt. Die Antworten und Infos haben wir hier für euch zusammengefasst.

 

Wie läuft so ein Besuch überhaupt ab?

Nun ja, zuerst wird man am Empfangsbereich begrüßt und bekommt Handtücher und Badeschuhe. Nach dem Umziehen geht es dann in den Wellnessbereich. Dort bekommt man an der Bar kostenlose alkoholfreie Getränke und kann dann erst einmal gemütlich in der Lounge ankommen.

Was ist alles geboten?

In Sachen Wellness steht der Club einem „normalen“ Spa in nichts nach. Selbstverständlich gibt es eine Sauna, einen beheizten Innen- und Außenpool und sogar ein Solarium. Auch die Einrichtung orientiert sich am Image des Clubs – elegant, schlicht und entspannt. Außerdem kann man sich auch spezielle Massagen buchen.

SF__3051(Quelle: FKK Hawaii )

 

Und wie läuft das dann mit den Prostituierten?

Wer Lust auf mehr hat kann eine der Damen ansprechen und ihre Dienste in Anspruch nehmen, gegen Aufpreis versteht sich. Dafür kann man in eine private Suite oder ins Erotikkino verschwinden. Überrascht hat uns vor allem, dass man bereits auf der Website des Clubs tracken kann, welche Damen und Masseurinnen sich gerade im Club befinden. Die Digitalisierung ist also auch im ältesten Gewerbe bereits am Start!


Darf man eine Maske tragen, um nicht erkannt zu werden?

Wer Angst hat Bekannten zu begegnen kann jederzeit eine Maske tragen. So läuft man also nicht seinem Chef sondern höchstens Batman über den Weg. Außerdem kommen die meisten Gäste sowieso außerhalb Ingolstadts her.

0b1ec366924b26fc98fa7b71a9c249cf(Quelle)

 

Wenn der kleine Hunger kommt…

Dank der wechselnder Wochenkarte gibt es sogar immer frische Gerichte. Persönlich empfohlen wurde uns die bayerische Küche. Schweinshaxe und Sexytime – Why not?

phoca_thumb_l_hg355_0558(Quelle FKK Hawaii)

 

Unsere letzte Frage lassen wir den FKK Hawaii Club selbst beantworten. Wieso sollte man den Besuch wagen?

„Wieso nicht. ‘Mann’ sollte schon mal einen Besuch bei uns wagen. Bei uns ist es so schön und entspannt wie im Saunabereich vom Wonnemar, nur die Frauen sind viel schöner. 😉

 

Vice versa, hier graben die Frauen

 

Aus Bekanntenkreisen haben wir erfahren, dass sich im FKK Hawaii auch sehr gut Bundesliga schauen lässt, während man von den freiberuflich arbeitenden Frauen umworben wird. Dieser Umstand sei eine willkommene Abwechslung zu Nachtclubs, wo man als Mann zu später Stunde in nervenaufreibenden Tanzgefechten um die letzte Frau auf der Tanzfläche buhlen muss.

carlton3(Quelle)

Ob einem dieser “leichte Weg” gefällt und man sich lieber gegen Geld von leichten Damen berieseln lässt oder aber bevorzugt, sich seine Mädels lieber selbst zu “klären”, das bleibt schlussendlich jedem selbst überlassen.

[toggle title=”Disclaimer  | Prostitution, Zwangsverhältnisse und die Moral” state=”close” ]Wir wissen um die Brisanz der Arbeitsverhältnisse, die teilweise im Rotlichtmillieu herrschen. Deshalb haben wir uns vorab bei der Polizei Ingolstadt darüber informiert, ob der FKK Hawaii Club berüchtigt für Menschenhandel oder Zwangsprostitution ist. Das wurde uns verneint. Aber auch freiwillige Entscheidungen zur Prostitution können natürlich eine gewisse Bitterkeit haben. Jedoch sollte man bedenken, dass entsprechende Lebensverhältnissen in anderen EU Ländern und ökonomischer Druck hierbei das eigentliche Übel sind, das es zu bekämpfen gilt und nicht die Prostitution selbst. Es sind die Umstände, die dazu führen, dass sich entsprechende Damen in prekären Situation für die Prostitution als geringeres Übel entscheiden. Diese Entscheidung gilt es in unseren Augen zu respektieren. Was man tun kann, ist seitens des Staats für die bestmöglichen Arbeitsbedingungen für Sexarbeiterinnen zu sorgen und sich darum zu bemühen in Europa Verhältnisse zu schaffen, die genug attraktive Optionen neben der Prostitution bieten. Damit wirklich nur jene diese Arbeit ausführen, die auch wirklich Spaß daran haben. [/toggle]