Wie es rund um Internetüberwachung, Datenschutz und die eigene Sicherheit im Internet steht, warum einen das anpissen sollte und wie man zumindest einen kleinen Ficker zeigen kann.

Stand der Dinge

Alles wird abgeschnorchelt, nichts ist sicher. Die Politik liegt schwerstens mit den Geheimdiensten im Bett und täuscht Entsetzen vor, um dann die Etats der Geheimdienste massiv zu erhöhen. Aus dieser Richtung brauchen wir also vorerst keine Besserung zu erwarten. Viele haben sich deshalb bereits damit abgefunden in einer Welt der totalen Überwachung zu leben. Warum das keine gute Idee ist, auch wenn man nichts zu verbergen hat, haben wir in folgenden 6 Punkten festgehalten:

 

“Ich habe nichts zu verbergen, aber…”

 

...wie steht es mit den Menschen die uns vertreten und führen?

Unsere öffentlichtkeit ist noch nicht frei von moralischer Verurteilung. Gerade die, die in der Öffentlichkeit stehen sind massiv von der öffentlichen Meinung abhängig und dadurch ein leichtes Spiel für jeden, der es darauf anlegt. Irgendwie, irgendwo lässt sich jede Organisation zerlegen, wenn man jedes Detail aus den Leben der Menschen in der Organisation kennt. Das ist insofern wichtig, da wir in unserer Demokratie darauf angewiesen sind, dass Organisationen wie Parteien oder Unternehmen funktionieren und eine gewissen Resistenz gegen negative Beeinflussung aus düsteren Ecken haben. Um das zu gewährleisten müssen wir entweder die Daten dieser Personengruppen massiv abschirmen oder ein System schaffen, in dem es mehr um die Ideen geht als um die Leute die daran arbeiten diese umzusetzen.

...stimmt das? Big Data und unser System

Es gibt viele Dinge in unserem Leben die man aus verschiedenen Blickpunkten unterschiedlich bewerten kann. Die Freunde finden es vielleicht sympathisch, wenn man jemand ist, der sich nie zu schade für einen Absacker ist,… die Krankenasse wiederum wird hierzu ein anderes Standing haben. Genauso bestellt ist es beim Autofahren, Sport, der Ernährung, psychischen Krankheiten, Verstimmungen und dem grundsätzlichen Kommunikationsverhalten. Aus unseren kleinen Informationsfetzen lassen sich erstaunliche Gesamtprofile über uns erstellen. Wir werden einschätzbar und berechenbar. Das schlimme daran ist, diese Fetzen malen ein Bild , das immer nur ein Ausschnitt darstellt, nachdem wir aber ganzheitlich und mit Konsequenzen beurteilt werden und natürlich, dass jeder gegängelt wird einen bestimmten Lebensstil anzunehmen. Das kann man fair finden, muss einem aber trotzdem nicht gefallen.

... was ist mit morgen?

Die Einschätzung was man darf und was nicht, hat sich über die Jahrzehnte massiv geändert. Warum glaubt man, dass die Veränderung aufhört? Wer weiß, ob es sich nicht hin zu einem Punkt entwickelt, an dem Gotteslästerung nicht mehr ganz so locker genommen wird, Homosexualität wieder geächtet ist oder Regierungskritik mit dem Tod bestraft wird? Sicher sein können wir uns nicht und wenn man sich die Passivität der heutigen Bevölkerung hinsichtlich Überwachungsskandal und co. ansieht, so wäre es nicht zu verwunderlich, wenn sich das Ganze in eine üble Richtung entwickelt und keiner was sagt oder dagegen unternimmt… wie damals.
 Sollte es so kommen, kann einem jede gespeicherte Informationen zum Nachteil gereichen, das sollte man stets im Hinterkopf behalten, der politische Status Quo ist nicht zementiert.

...was ist wenn ich mich ändern will?

Wollte man früher ein neues Leben beginnen, sich ändern, mit negativen Angewohnheiten abschließen, so hat man den Bekanntenkreis, den Job oder den Wohnort gewechselt und konnte als unbescholtener Unbekannter an neuer Stelle anfangen. Bei einer global vernetzten Datenwelt und zusammengefügten Internetprofilen ist das nicht mehr möglich. Einmal auf die “schiefe Bahn” geraten, einmal einen negativen Einschlag im Profil kassiert und schon hat man lebenslang an den Auswirkungen zu beißen. Neuanfang is dann nich mehr, dann heißt es nur noch dem hemmenden Strom der datengestützt Entscheidungen den Kampf erklären.

... wie steht es um unser System?

Im Schulunterricht hat man uns beigebracht, warum die Menschen bei der Konstruktion unseres Systems, unserer Demokratie die Gewalten des Staates geteilt haben. Warum es Kontrollsysteme braucht, warum wir uns absichern müssen gegen Machtmissbrauch sowie egoistischen und wahnsinnigen Tendenzen einzelner Machthaber. Und jetzt geben wir so mir nichts dir nichts die Möglichkeit, alles was auf dieser Welt gesprochen und geschrieben wird zu wissen und nahezu alles sehen zu können, eine früher nur Gott zugesprochene Fähigkeit, an Geheimdienste, die wir offensichtlich nicht kontrollieren können und die sich global vernetzt haben. Diese Organisationen haben einen Mitarbeiterstamm, der nicht gewählt ist und jährlich rotiert, sondern festen Mitarbeitern, die Jahrzehnte in diesen Institutionen an Machtpositionen sitzen. An dem Punkt, an dem ein extra eingesetzter Untersuchungsausschuss zur Kontrolle der geheimdienstliche Aktivitäten unserer höchsten öffentlichen Instanz, dem Bundestag, gefälschte und unvollständige Dokumente vorgelegt wurden seitens der deutschen Geheimdienste, war der Punkt, an dem wir bereits die Reißleine ziehen hätten müssen.
 Haben wir aber nicht. Dafür gab es aber ein aufgestocktes Budget…
 Ob das ein so toller Zustand ist, we doubt it!

 

 

Trotz der verheerenden Lage muss man jedoch seinen Kopf nicht in den Sand stecken. Es gibt Mittel und Wege die Situation zu bewältigen.

 

Eine Haltung

Wenn sie meinen, alle meine Briefe, Mails, Suchanfragen und Pornovideos haben zu müssen, dann verpack ich sie ihnen wenigstens so umständlich, dass sie sich Stunden einen daran abfrickeln müssen. Ein wunderbares Exempel hierfür war Ladar Levison. Er wurde vom amerikanischen Staat dazu gezwungen, die Sicherheitsschlüssel für seinen Emaildienst freizugeben, den auch Edward Snowden nutzte. Er übergab den SSL Schlüssel in Schriftgröße 4 auf 11 Seiten. Er hätte fehlerfrei abgetippt werden müssen, um nutzbar zu sein. Was man mit dieser Haltung ausdrückt ist, dass man die totale Überwachung zumindest nicht regungslos über sich ergehen lässt. Ein Statement setzt, den kleinen Stinkfefinger, bis sich eine bessere Option ergibt, wie sich diese Umstände regeln lassen. Thug Li$e

thuglife

 

Wie ihr das ganze bewerkstelligt, seht ihr in unserem Tool Bereich. Man ist zwar immer noch nicht zu 100% sicher, es erschwert aber den Geheimdiensten die Arbeit, weil sie schlichtweg mehr Rechenleistung zum entschlüsseln brauchen und staucht die Fühler von den zu neugierigen Internetunternehmen. Das verhindert zumindest die komplette Überwachung der Welt in Echtzeit, wodurch sich genannte Institutionen wieder auf die beschränken müssen um die es geht, verdächtige Kriminelle. Ein schöner Nebeneffekt ist auch, dass einem nicht jeder x-beliebige Dude in die Internetverbindung schauen kann.

 

Digitale Selbstverteidigung. Tools und Kniffe

Passwörter: Wie ein sicheres Passwort konstruiert ist, seht ihr hier.

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Es empfiehlt sich auch für jede Plattform ein anderes Passwort zu haben. Wir empfehlen hierfür sogenannte Passwort Manager, die Euch sichere Passwörter generieren und abspeichern. Neben dem Sicherheitsaspekt geben Passwortmanager einem gefühlt 1.000 Komfortpunkte beim Einlogen auf Services. Dies ist meist via Shortcut im Browser möglich. Lästige Accounteingaben haben damit ein Ende.
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Wir persönlich sind ein großer Fan von 1password. ( ist auf dem Icon verlinkt) Das Programm schlägt mit einmalig 50 Euro recht stark in den Geldbeutel ein, hat sich aber vom Feeling her schon tausendfach bewährt. Wenn ihr euch selber ein Bild machen wollt finde ihr hier einen PasswordManager Vergleich

 

 


 

Browser Plug Ins: Hierbei handelt es sich um Programme, die ihr euch per Klick in eurem Browser als Erweiterung installiert und damit euren Browser mit verschiedenen Funktion hochfrisieren könnt. Das ganze is super einfach und hat recht weitreichende Folgen. Folgende PlugIns können wir Euch aufjedenfall empfehlen:

ghosteryiconGhostery ist ein Plug In, dass euch anzeigt, welche Internetseiten Euch versuchen zu tracken. Das bedeutet dass sie euren Weg durch das Netz und eure Interaktionen mit den Seiten mitschneiden. Ghostery macht es euch dabei recht komfortabel und blockt per default gewisse Tracker automatisch und zeigt euch bei jedem Seitenbesuch an, wer gerade versucht euch zu verfolgen und wie Ghostery damit umgeht. Zum Plug In für Firefox | Chrome

 

 

 


 

 

Verschlüsselt und Anonym surfen: Immer wenn wir im Internet unterwegs sind, laden wir uns Websites auf den eigenen Computer und schicken diesen Websites unsere Eingaben. Viele Services verschlüsseln bereits diese Datenströme, trotzdem kann das ganze immer wieder abgefangen werden und nicht zuletzt, bleibt ihr bei dem Service an sich durch eure IP Adresse bekannt. Man weiß immer, dass ihr es seid, der sich gerade diesen Artikel durchliest, dieses Video anschaut oder Datei herunterlädt. Um das zu verhindern, kann man seine Anfrage an die Website seiner Wahl über einen anderen Server leiten. D.h. ein anderer Server fragt für euch den Inhalt ab und sendet ihn dann an euch weiter, so bleibt ihr beim Zielservice anonym. Dadurch wird es einem auch möglich auf die Inhalte anderer Länder zuzugreifen und eigene Landessperren zu umgehen ( #GEMA )

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Ein VPN Anbieter ist meist ein kostenpflichtiger Service , der eure Internetanfragen über seine Server leitet. Die Anfrage an sich wird dabei bereits beim verlassen Eures Computers verschlüsselt, was jede Internetanfrage nochmal absichert und es beispielsweise erschwert, eure Internetverbindung über ein WLAN abzufangen. VPN Anbieter Vergleich

 

TOR-Icon

Der Tor Browser ist ein Tool aus dem Geheimdienstbereich, leitet Verbindungen über mehr als 6 Stellen weiter und gilt bisher als weitgehend sicher. Der Service ist kostenfrei und wird oft von Gegner autoritärer Regime benutzt und von Menschen, die sich im “Darkweb” Drogen bestellen. Dementsprechend langsam ist das ganze auch. Es ist dringlich davon abzuraten, diesen Service für sein tägliches Internetgeschäft zu nutzen weil dies unnötig die “Leitungen verstopft” und es Menschen die auf diesen Service angewiesen sind erschwert zu kommunizieren. Zum Tor Projekt

 

 


 

 

Weiterführende Links

 

Demokratische Verantwortung

Trotz aller Eigeninitiative heißt es dennoch wachsam das politische Geschehen zu verfolgen und sich bei jeder Gelegenheit gegen einen Ausbau der Massenüberwachung auszusprechen. Wir dürfen es uns nicht einreden lassen, dass es normal sei das Tun und Denken eines Menschens zu überwachen. Die Aufgabe in der Demokratie ist es, eine ständige Leerstelle der Macht zu erhalten. Es darf niemanden geben, der sich fest im System auf einer derartigen Machtposition installiert, weil das einfach vom Prinzip her zu fehleranfällig ist. Es gibt genug Wahnsinnige dort draußen, die diese Macht missbrauchen würden. Das sehen wir bereits an den Missbrauchen der Überwachungstools innerhalb der Geheimdienste. Wir dürfen nicht zulassen, dass es einen im Dunklen agierenden Kreis von Menschen gibt, die alles wissen, alles sehen und überall digital intervenieren können, sonst ist unsere Demokratie nichts mehr wert. Die parlamentarische Kontrolle ist eine Farce und gehört sich gewaltig reformiert. Es ist an uns, Parteien und Menschen zu untersützen, die sich dafür einsetzen!

Aktionen, Petitionen, Interventionen

 


 

 

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