Zugegeben, mit zunehmendem Alter fällt es mir schwer, mich als Kenner der Ingolstädter Clubszene zu bezeichnen. Das liegt zum einen an der sehr kleinen Auswahl, zum anderen daran, dass ich die letzten 5 Jahr fast ausschlieslich im Maki verbracht habe, das mit seinem Klientel und Musikgeschmack wohl einzigartig war.

Blöd nur, wenn der Laden dann plötzlich zu macht. Am 25.12.2015 sagte ich also Lebewohl und erinnerte mich an all die Partys mit alten Freunden, unzähligen Pfeffis, der Lovetoilett, dem Klo, das meistens halb unter Wasser stand, den Türstehern und stets „freundlichen“ Bedienungen hinter der Bar.

Der Touch Club ist es also geworden, der unsere heiligen Hallen füllen sollte, scheinbar nicht wissend, welches Erbe sie hier übernehmen würden. Die Social Media Abteilung versagte schon Wochen vor der Eröffnung, der Club war ungefähr so beliebt wie Donald Trump und schnell bildeten sich die ersten Vorurteile.

Wo einst ein paar vogelfreie Jungs uns mit Elektro beschallten und AKA AKA für Platzangst sorgten, sollen nun fette Beats, feinster HipHop und unzählige wackelnde Frauenhintern überzeugen. Dass damit sicherlich nicht das alte Maki Klientel angesprochen wird, versteht sich von selbst. Was wir aber vergessen ist, dass es da draussen Leute gibt, die genau das wollen. Das auch diese Art von Club ihre Daseinsberechtigung hat und auch hier eine Menge Arbeit dahinter steckt.

Wir sollten unsere Wut und Enttäuschung nicht gegen den Touch Club richten. Das Maki wird uns keiner mehr zurück bringen, aber auch nicht die Erinnerung an 8 tolle Jahre nehmen. Und wer sich in Zukunft darüber beschweren möchte, dass es in Ingolstadt keinerlei Möglichkeiten mehr gibt, einen Club zu besuchen, der sollte vielleicht sein eigenes Engagement hinterfragen.

Das Maki entstand damals, weil zwei Ingolstädter Lust hatten einen Club zu eröffnen und dabei ein großes Risiko eingegangen sind. Was nun bleibt ist die Hoffnung, dass irgendwo da draussen sich erneut ein paar Leute zusammen finden, eine Idee und Vision haben, um all den heimatlosen Makis da draussen einen Zufluchtsort für das Wochenende zu bieten.

 

von Andreas Binner