Frieden

Utopie aus dem Ingolstadt der 2030er Jahre. Von Nabil al Younes. Er kam über die Türkei, den Balkan, Italien und Österreich nach Deutschland direkt in die Küche des Tagtraum (dort definitiv richtig aufgehoben). Bewundernswert positiv und mit Feuer & Liebe im Herzen.

Was wünsche ich mir für Ingolstadt in 10 Jahren? Eine kleinere Schere zwischen Arm und Reich. Mehr Rücksicht auf die Kleinen, die nicht so viel haben. Ein bisschen netter, freundlicher zueinander sein und mit offenen Augen sehen. Mehr Hoffnung haben. Nicht nur für einen Tag, sondern ausdauernd.

Nicht alle Ausländer sind schlecht, nicht alle Ausländer sind gut. Denn jeder hat zwei Seiten. Das Leben ist hart und am Ende sind wir alle nur Menschen. Wir brauchen nicht traurig zu sein! Auch wenn man viel verloren hat, geht das Leben weiter. Der nächste Tag ist ein neuer Tag mit der Chance auf einen glücklichen Tag. Nicht schreien. Liebe geben.

Das Leben ist zu kurz, um sich die Tage mit negativen Gefühlen und Gedanken zu vermiesen. Wir sollten jeden Tag Liebe und Friede leben und geben. Es ist einfach, über andere Menschen zu richten und sein schnelles (Vor-)Urteil auf andere zu projizieren. Das ist das Ergebnis einer inneren Unzufriedenheit, einer inneren Angst oder der Bequemlichkeit nicht genau hinzusehen, sondern Gehörtem zu glauben.

Weitaus lohnender ist es, die Augen aufzumachen, die Vorurteile zur Seite zu räumen und seinem Gegenüber genauer zu betrachten. Denn vielleicht verbirgt sich darin ein neuer guter Freund. Jeder Mensch sollte bei sich selbst anfangen inneren Frieden zu finden. Erst dann hat er die Kraft, seinen Mitmenschen ein Stück davon abzugeben. Mehr zwischenmenschliche Toleranz, unabhängig welcher Herkunft und welcher Religion. Denn die einzelne Persönlichkeit zählt mehr als menschliche Konstrukte wie Glaube, Dogma oder das Geburtsland.

Ich wünsch mir, dass sich die Menschen mit mehr Herz begegnen und nicht nur oberflächlich mit materiellen Ansichten. Die Stadtviertel sollten bunt gemischt sein, damit Kindern und Erwachsenen alle Chancen offen stehen, sich aus schwierigen sozialen Milieus zu befreien und den eigenen Weg zu gehen. In den Schulen sollte es mehr Fächer zur Persönlichkeitsentwicklung geben, zum Beispiel das Schulfach Glück.

Im Kunstunterricht kann der Blick für Ästhetik geschärft werden und darüber nachgedacht werden, was den Begriff Schönheit ausmacht. Dabei sollte Kreativität mehr gefördert werden. Das Miteinander muss stärker im Fokus stehen und Egoismus muss zurückgeschraubt werden, Altruismus und Demut mehr gelebt werden.