Das halbe ‘Fest der Kulturen’ am Donaustrand, das ‘Ingolstädter Weinfest’, Public Viewing am Rathausplatz… nur drei Beispiele.
Alle schmelzen sie zur Zeit dahin, die Träume und Erwartungen auf einen schönen heißen Sommer!

Warum das für eine Stadt wie Ingolstadt fatal ist…

In diesen Tagen hagelt es nur so von Absagen. Sommerliche Vorfreude kommt da wenig auf! Die aktuellen Fälle:

[toggle title=”Das Ingolstädter Weinfest” state=”close” ]Das Carrara-Weinfest gibt es schon lange. Nun stach letztes Jahr nach mehrmaligem Ausfall des Carrara-Weinfestes das erstmals gehaltene Ingolstädter Weinfest hervor! Ein hochwertiges Fest, das von Jürgen Nüssler, dem Besitzer vom ‘Weinschmecker’ organisiert wurde. So sollte es dieses Jahr wieder kommen. Gleiches Fest, gleicher Ort, gleiche Fördergelder. Nicht mehr, nicht weniger. An einem Punkt scheiterte die Veranstaltung jedoch. Da die gleiche Unterstützung wie letztes Jahr nicht gegeben war, musste dieses Fest nun abgesagt werden.  [/toggle]

[toggle title=”Public Viewing am Rathausplatz” state=”close” ] “54′, 74′, 90′ 2006 ja so stimmen wir alle ein”, werden wir 10 Jahre später wieder auf dem Rathausplatz sein. So war es gedacht. Keine andere Location kam so gut an wie der Rathausplatz. Wegen erhöhten Sicherheitsauflagen wird auch dieses Fest dem Erdboden gleich gemacht. Die sechsstelligen Betriebskosten sind dem Wirt Lorenz Stiftl zu hoch. Dabei frägt man sich, für was man eigentlich Steuern zahlt. Die terrorismusbedingten Sicherheitsauflagen, die über dem kostendeckend zu Erwarteten liegen, sind in der Zuständigkeit des Staates und der Kommune. Diese Mehrkosten auf den privaten Unternehmer zu übertragen, kann nicht die Lösung sein und zerstört den Alltag. Wieso für 200.000€ kitschige Märchenhütten gekauft wurden, und hierbei eine wirklich aktive Veranstaltung nicht unterstützt wird, verwundert dann doch. Für die Anschaffung eines Bierbrunnen hat es gereicht. Dabei ist ein Fußballfest im Herzen der Stadt der Inbegriff eines Bierfestes und passt doch umso besser zu dem neu eingeleiteten Leitbild der Bierstadt Ingolstadt. Prost. Mahlzeit. Haushalt 2.0… Was vielleicht dann doch ein wenig verwundert ist, dass bei dem hohen Bierpreis diese Mehrkosten nicht auch noch gedeckelt werden konnten.[/toggle]

[toggle title=”Das Fest der Kulturen” state=”close” ] Das Gute zuerst. Es findet statt. Wahrscheinlich. So sicher sein kann man sich da ja nie wirklich. Nur, der “Sommertraum” fällt aus. Die Bespielung der Uferbereiche wird es nicht wie im Jahr zuvor geben, weil die Pacht “zu hoch” ist. Man nennt das dann auch Todpachten. Schlachte die Kuh bevor du sie melkst! Wenn die Auflagen nicht hoch genug gesetzt werden können, so kann man einfach die Pacht hoch schrauben. Zack fertig, Provinzfest. [/toggle]

 

Warum das für eine Stadt wie Ingolstadt fatal ist…

Besonders zur Zeit merkt man, dass die Stadt mehr als nur ein Standbein braucht. Dazu braucht es Kultur, Kreativität, Subkultur, Mut! In Ingolstadt gibt es das alles. Es wird nur nicht zugelassen. Steine werden in den Weg gelegt. Die Folgen: Es entsteht ein Klima mit dem Eindruck, das Engagement nicht belohnt wird. Weder in einer Bürgerinitiative noch als Unternehmer auf städtischem Terrain.

Wenn Leute etwas aufziehen, wird es gleich im Jahr drauf eingestampft. Fortschritt wird in dieser Stadt außerhalb der Werke gebremst und nicht nachhaltig belohnt. “Fortschritt durch…” da war doch was.

Man kennt es schon vom HausAmSee, der Initiative zur Donauwelle, dem KavalierDallwigk und vielen weiteren. Man könnte den Eindruck haben, es wäre zu einem Hobby verkommen, die durchaus existierende lebendige Kultur und Beteiligung der Bürger, die diese Stadt so sehr braucht, überall auflaufen zu lassen. Dabei wären die Chancen durchaus vorhanden.

“Da ist wichtig […], dass man offen bleibt für Gelegenheiten, die auf die Stadt zukommen, die man nicht erzwingen kann, und dann ist man plötzlich bereichert, und die Stadt hat eine neue Kulturqualität nur deswegen, weil man eben den rechten Zeitpunkt, die richtige Gelegenheit erkannt und zugegriffen hat. “ – Alt-OB Peter Schnell

[Für Interessierte zur Kultur in den letzten 40 Jahren hier ein Podcast-Link: Gespräch mit Alt-OB Peter Schnell über Kultur in IN]

Natürlich wissen wir, dass es unausweichlich zu Kürzungen im Stadthaushalt kommen muss. Die wegfallende Gewerbesteuer lassen uns keine andere Möglichkeit, aber wäre es schön, dann zumindest besser über das Konzept der Kürzungen bescheid zu wissen und die Begründungen zu den einzelnen Punkten zu kennen. Ohne fehlende Debatte und ausreichender Kommunikation werden die Leute verständlicherweise misstrauisch und das kann man ihnen dann auch nicht verübeln. Gleichzeitig muss man die Chance von Bürgerengagements sehen und diesen auch die Chancen und Freiräume geben!

#ingolstadtkannmehr