Die Welle

Utopie aus dem Ingolstadt der 2030er Jahre. Von Philipp Schmidt, Mensch, Weltbürger, Betreiber vom Café Tagtraum, Mitorganisator des Taktraum Festivals und MC, lebt für und von aktiver Kultur. Schon immer mit Hammer und Säge in der Hand, kreativ schaffend und denkend.

Ein Hauch Lakritze steigt mir in die Nase… Ekelhafter Sambuca-Duft vom Vorabend! Die Abschaffung der Sperrstunde war eben nicht nur vorteilhaft. Ich klemme mir meine Dritten zwischen die laschen Lippen und raffe mich auf. Der vollautomatische Kaffeeinlauf zeigt seine Wirkung und bringt mich langsam von der Horizontalen in die Vertikale.

Die Sonne scheint! Also das Brett unter die Achsel geklemmt und Richtung Donauwelle Ingolstadt. Fast von einem E-Auto überrollt, die mir als digitaler Immigrant in ihrer Masse immer noch einigermaßen suspekt sind. Das Gehör… ihr versteht. Aber seit 2028 die Welle im Klenze installiert wurde, geht es wenigstens der restlichen Biomasse einigermaßen gut.

Nachdem 2025 unser Ministerpräsident mit seinen Surfbuddies im Kongresszentrum einen Vortrag über die Vorteile einer stehenden Welle mit traditionell bayerischen Werten hielt, gab es für unsere Stadtgroßväter kein Halten mehr! Nach nur 5 Jahren Planung ließ sich sie Welle dann in 3 Wochen realisieren. Jetzt ist zwar alles ein wenig hektischer und voller geworden, aber zumindest scheint die Sonne… das hat sich noch nicht geändert.